Die Hl. 3 Könige  
         
  Was in der heiligen Schrift noch Sterndeuter oder Magier waren, wurde in der Gotik zu Königen, zu Repräsentanten und Regierenden der drei Kontinente, denn um 1490 kannte man nur Drei Erdteile.
So hat die Anbetung der Könige für damalige Menschen die Bedeutung, dass diese hohen Herren nach Gottes Geboten handeln mussten, den Regentschaften waren von Gott verliehen.

Versetzen wir uns aber in die Zeit der Geburt Jesu und stellen uns vor, welche Aufregung in Bethlehem geherrscht haben musste, als die mächtigen Könige aus fernen Ländern mit Begleitern, Rössern, Kamelen und Elefanten, mit Dienern und Treibern in die Stadt einzogen.
Nach Überlieferung soll der Ausgangspunkt des Königszuges die Stadt Cassat in Äthiopien gewesen sein, wo Caspar, vom Stamme Ham als König residierte. Die Stadt Saveh in Persien war Treffpunkt der Weisen aus dem Morgenland. Balthasar vom Stamme Japhel kam aus Ägypten und Melchior vom Stamme Sem, reiste aus dem Rei¬che Babylon an.
Von diesem Treffpunkt, berichtet man, ist es nach Jerusalem ein weiter Weg. Eine unbekannte Reise, die sie unter dem Zeichen eines Sternes, oder eines Kometen, ins Ungewisse antraten, denn Kometen bedeuteten früher immer als Unheil bringend! Hotel und Gast¬haus¬namen, wie Stern, König, Mohren oder Elefanten, erinnern heute noch an das Geschehen von Bethlehem.

   
         
         
  Das Christkind  
         
    Christkind heißt der freundliche, kleine Gabenbringer seit dem vorigen Jahrhundert und den Jahrhunderten zuvor. Wer sollte uns auch sonst beschenken? Ah ja: der Nikolaus. Dies ist ein Heiliger, der als Hl. Nikolaus von Myra im 3. Jahrhundert allerlei gute Taten vollbrachte und auch die Kinder in Europa am 6. Dezember beschenkte.
Also ersann man das ;Christkind;, das den braven Kindern am Heilig Abend oder zu Weihnachten die Gaben bringen sollte. Wie geheimnisvoll dieses liebenswerte Geschöpf war, möchte ich hier einmal schildern. Jedes Jahr zu Heilig Abend war die Wohnzimmertür mit einer schweren Decke behangen. Dahinter hörte man es ziemlich rumpeln. Irgendwann, als das Warten auf das Christkind, den Weihnachtsbaum und vor allem die Geschenke kaum noch zu ertragen war, klingelte ein Glöckchen durchs Haus. Alle Kinder stürmten ins Wohnzimmer, nur um zu erfahren, dass das Christkind gerade eben zum Fenster hinausgeflogen war. Und tatsächlich: zum Beweis verwies man auf ein offenes Fenster.
Jedes Jahr ging das so und immer verpasste man das geflügelte Kindlein das in der Phantasie auf Wolken zum Himmel schwebte. Im Laufe der Jahrhunderte passierten allerlei wundersame Dinge mit dem Christkindlein.

Früher kam das Christkind zuerst zu den Protestanten, sie haben es erfunden und erst viel später zu den Katholiken. Und heute Heute ist das Christkind für Viele nur noch eine nostalgische Erscheinung! Der Weihnachtsmann beherrscht nun den Markt. Und er sieht aus wie die amerikanische Coca Cola Werbeikone Santa Claus. Er rast mit seinem Rentierschlitten durch den Himmel und schreit Ho;Ho ho ho!

 
         
         
  Krippenaufstellen  
         
    Ein umstrittener Punkt in Krippenkreisen ist das „Wann eine Krippe aufgebaut wird“, und beinahe noch kritischer ist der Zeitpunkt des Abbauens. Diese zwei Fragen sind so schwierig das sie gar nicht so leicht zu beantworten sind. Die Meinungen gehen hier auch weit auseinander. Fest steht allerdings, dass jeder Krippeler seinen eigenen Zeitpunkt kennt, wann er seine Krippe auf, und letztlich wieder abbaut.

Da sich der Bogen des Weihnachtsfestkreises vom ersten Advent bis zum zweiten Feber, der Maria Lichtmess spannt, ist - wie schon gesagt - der Zeitpunkt des „Aufstellen“ in Krippenkreisen sehr unterschiedlich. Nicht das Aufstellen einer Krippe allein bringt Frieden, nein, es gehört dazu der gute Wille die Weihnachtsfriedensbotschaft zu leben und zu verwirklichen“.

In vielen Krippendörfern hat sich mit der Zeit ein traditioneller Zeitpunkt herausentwickelt der meist den örtlichen kulturellen Abläufen entspricht. So werden in Thaur, einem der bekanntesten Krippendörfern Tirols, die Weihnachtskrippen in der Weihnachtswoche, oder zwei bis drei Tage vor dem Hl. Abend aufgestellt und zum Romeditag, den 15. Jänner wieder abgebaut, wobei ihnen der Abbautermin durch das kommende Faschingsgeschehen sehr wichtig erscheint. Das „Mullerlaufen“, ein regionaler Brauch bestimmt in dieser Ortschaft mit Umzügen von Masken die Faschingsveranstaltungen und das etwas ausgelassene Treiben, an dem sich die meisten Einwohner bzw. Krippeler beteiligen.

Die ruhige besinnliche Zeit der Krippen ist vorbei und es muss Platz geschaffen sein für den Brauch des „Winterabschieds“ und Einzug des Frühlings. Sankt Sebastian packt die Krippen z’samm (zusammen)! An diesem Tage, den 2o Jänner werden in anderen Tiroler Dörfern, wie zum Beispiel in Inzing, die meisten Weihnachtskrippen abgebaut. Für den echten Krippenfreund ist dies ein Trauertag. Nur wenige Krippen bleiben noch aufgestellt, hauptsächlich aber solche, die eine Flucht nach Ägypten, oder die Hochzeit zu Kanaan zu ihren Besitzstand zählen.

 
         
         
  10 Gedanken zum Krippenbau  
         
    1. ART – ORT – MASS : Bevor man mit dem Bau einer Krippe beginnt, werden Krippenart, Aufstellungsort und Größe festgelegt
2. FIGURENGRÖSSE: Steht die Figurengröße fest, wird der gesamte Bau der Krippe danach ausgerichtet.
3. SKIZZE – PLAN – EINTEILUNG : Nach dem Skizzieren des Krippenmotivs folgt die Planung, die alle wichtigen Bauelemente einschließt
4. WERKZEUG – MATERIAL : Vor Beginn der Arbeit wird Arbeitsplatz, Werkzeug und Baumaterial sorgfältigst vorbereitet .
5. LEIM – SCHRAUBEN : Im Krippenbau werden tragende Bauteile stets geleimt und geschraubt. Nur kleine, nichttragende Stücke werden genagelt.
6. GEWICHT – HOHLRÄUME : Stets wird geachtet, dass die Krippe kompakt und trotzdem leicht gebaut wird. Nicht Schaumstoffe, sondern gebaute Hohlräume sollen zum Ziel führen.
7. WENIGER IST OFT MEHR : Nicht die Anzahl der Bauten sind auf einer Krippe wichtig, sondern die raffinierte Anordnung weniger Gebäude machen einen Stadtteil attraktiv.
8. GRÖSSEN – VERHÄLTNIS : Krippenbauteile stehen ständig zueinander im Größenvergleich. Der Krippenmeter hilft dabei.
9. PERSPEKTIVE – TIEFENWIRKUNG : Man spricht von Perspektive, wenn sich mit zunehmender Krippentiefe Landschaft und Bauten verkleinern und dadurch entfernen.
10. KITSCH - SCHNÖRKEL : Der Krippenfreund soll stets um die Würde der Krippe bemüht sein und keine unpassenden Schnörkel und Verzierungen zulassen.
 
         
         
  Fasten oder Osterkrippe ?  
         
    Obwohl das Wort Fastenkrippe in seiner Bedeutung vom Gegenstand den es bezeichnen soll eigentlich keine klare Vorstellung zu vermitteln vermag, hat es sich bei uns in Tirol mit der Zeit so eingebürgert, dass man schwerlich dazu anders sagen könnte.
Weder das Bestimmungswort „Fasten“ noch das Grundwort „Krippe“ bezeichnen aber das Wesen der Fastenkrippe, denn das Leiden Christi hat weder etwas mit Fasten und noch weniger mit einer Krippe zu tun.
Außerdem wird die Fastenkrippe auch Passionskrippe genannt, was der Bedeutung schon etwas näher käme. Das Wort Passion bezeichnet nämlich, neben dem Leiden selbst in bildlicher Darstellung den Leidensweg Christi.
Will man daher ein Wort gebrauchen, dass dem der Weihnachtskrippe entsprechen könnte, müsste man die Fastenkrippe Ostekrippe nennen. Denn, so wie in einer Weihnachtskrippe auch die Herbergsuche gezeigt wird und bereits im Advent aufgestellt wird, bekam sie nicht den Namen Adventkrippe, sondern Weihnachtskrippe, Daher könnte man mit derselben Berechtigung die Fastenkrippe auch „Osterkrippe“ bezeichnen.
 
         
         
  Das Ostergrab  
         
  Dem Bedürfnis der heimischen Bevölkerung, die Passion Jesu möglichst authentisch nachvollziehen und miterleben zu können, verdanken wir die Entstehung der Heiligen Gräber, die seit dem Mittelalter als unbewegliches oder bewegliches Grabmahl entstanden. Die beweglichen Gräber bestanden im Mittelalter lediglich aus einer Grabliegefigur und einer schreinartigen Truhe und erhielten erst im Barock die heute bekannte Form mit in der Tiefe gestaffelten Kulissenbögen. Entscheidende Impulse für die künstlerische Gestaltung der Heiligen Gräber im späten 17. und 18. Jahrhundert vermittelte der Tiroler Jesuitenfrater Andrea Pozzo aus Trient (1642-1709), der ein Lehrbuch über die Perspektive verfasste und damit gleichsam einen Leitfaden für die Anfertigung von Heilig-Grab-Gerüsten lieferte.    
         
         
  Die Hl. 3 Könige  
         
    Was in der heiligen Schrift noch Sterndeuter oder Magier waren, wurde in der Gotik zu Königen, zu Repräsentanten und Regierenden der drei Erdteilen. (um 1490 kannte man noch nicht mehr!) So hat die Anbetung der Könige für damalige Menschen die Bedeutung, dass diese hohen Herren nach Gottes Geboten handeln mussten, den die Regentschaft war von Gott verliehen. Versetzen wir uns aber in die Zeit der Geburt Jesu und stellen uns vor, welche Aufregung in Bethlehem geherrscht haben musste, als die mächtigen Könige aus fernen Ländern mit Begleitern, Rössern, Kamelen und Elefanten, mit Dienern und Treibern in die Stadt einzogen. Nach Überlieferung soll der Ausgangspunkt des Königszuges die Stadt Cassat in Äthiopien gewesen sein, wo Caspar, vom Stamme Ham als König residierte. Die Stadt Saveh in Persien war Treffpunkt der Weisen aus dem Morgenland. Balthasar vom Stamme Japhel kam aus Ägypten und Melchior vom Stamme Sem, reiste aus dem Reiche Babylon an. Von diesem Treffpunkt, berichtet man, ist es nach Jerusalem ein weiter Weg. Eine unbekannte Reise, die sie unter dem Zeichen eines Sternes, oder eines Kometen, ins Ungewisse antraten. ( Kometen bedeuteten früher immer als unheilbringend! ) Hotel und Gasthausnamen, wie Stern, König, Mohren oder Elefanten, erinnern heute noch an das Geschehen von Bethlehem.  
         
         
  Allerheiligen  
         
  Allerheiligen Allerheiligen beginnt am 1. November und ist ein Hochfest der römisch-katholischen Kirche, der Gedenktag der Heiligen. Das Fest wurde eingeführt, da es unmöglich war, jeden Heiligen an einem besonderen Tag zu feiern. Jährliche Gedenktage für Verstorbene – ob Märtyrer, Heilige oder einfache Gläubige – gab es bereits im antiken Christentum. Am Tag nach Allerheiligen begeht die römisch-katholische Kirche den Allerseelentag, an dem der Armen Seelen im Fegefeuer gedacht wird. Vielerorts wird die damit verbundene Gräbersegnung bereits am Nachmittag von Allerheiligen vorgenommen. Damit verbunden ist der Brauch, die Gräber vor allem mit Lichtern besonders zu schmücken.    
         
         
  2. Feber - Maria Lichtmess  
         
    Maria Lichtmess - die Krippenzeit ist aus!

Maria Lichtmess (der 2. Feber) räumt gründlich mit allem Krippenzauber auf, sagt man im Volksmund und es verschwinden damit auch tatsächlich die letzten Weihnachtskrippen aus den warmen Stuben. An diesem Tage muss auch der hartnäckigste Krippeler von seinen stummen Freunden schmerzlichen Abschied nehmen. Ein Zirler Krippeler sprach seinen „Mandln“, während er sie wehmütigen Herzens ins Dunkel der Schachtel räumte und dabei kräftig von allen Seiten abblies, immer den Trost zu : Macht’s euch nix draus. „So a Jahr geht schnell umma (vorbei), nachher kommt’s schon wieder außer“. Dieser Krippenfreund wird wohl selbst dabei am meisten diesen Trost notwendig gehabt haben. Aber um Lichtmess erfasst ja alle Krippenfreunde ein gewisses Unbehagen. Vielleicht bildet gerade dieses Fest einen treffenden und sinn¬lichen Übergang von der Weihnachtszeit in die Fastenzeit.

 
         
         
  Stefanitag  
         
    Der Stefanitag, auch Stephanstag genannt, wird seit dem 5. Jahrhundert am 26. Dezember in Erinnerung an das Martyrium des Heiligen Stephanus begangen. Es ist kein unmittelbarer Festtag des Weihnachtsfestkreises, an dem wir seiner gedenken.

Stephanus zeichnete sich durch seine Feindesliebe aus. Sein Tod, von der Gerichtsverhandlung bis zur Hinrichtung durch Steinigung, ist in der Bibel ausführlich beschrieben. Das Fest des heiligen Stephanus ist im Osten seit dem 4. Jahrhundert bezeugt. Im Westen fand es im 5. Jahrhundert Verbreitung. Den Fund von Reliquien des heiligen Stephanus datiert man um 415. Seitdem wurden ihm zu Ehren zahlreiche Kapellen und Kirchen geweiht, so etwa der Stephansdom in Wien.

 
         
         
  Bethlehem  
         
    Die erste Erwähnung Betlehems in der Bibel findet sich in Gen 35,19, wo es heißt, dass Jakobs geliebte Frau Rahel „an der Straße nach Efrata, das jetzt Betlehem heißt“, begraben wurde. Nach der Eroberung Kanaans durch die israelitischen Stämme fiel Betlehem dem Stamm Juda zu. Auch das Geschehen aus dem Buch Rut spielt sich zu einem großen Teil in Betlehem ab und sowohl Ruts Schwiegervater Elimelech, wie auch ihr späterer Mann Boas kamen aus diesem Ort.

Betlehem war nach 1 Sam 16,1 der Herkunftsort Davids, wo auch der erwartete Messias als Sohn Davids zur Welt kommen sollte. In diesem Vers wird es als „Betlehem-Efrata“ bezeichnet, um es von einem anderen Ort mit Namen Betlehem zu unterscheiden, der im Stammesgebiet von Sebulon, ca. 11 km westnordwestlich von Nazaret, lag.

Nach Matthäus 2,1 und Lukas 2,4 -11 ist Jesus Christus in Betlehem geboren worden. Die wahrscheinlich genaue Lage in einer Höhle, die die Christen als Geburtsstätte Jesu ansehen und über die sich seit dem Jahr 333 die Geburtskirche erhebt, wird schon ab dem 2. Jahrhundert verehrt. Durch den Besuch orientalischer Magier in Jerusalem wurde König Herodes auf das Kind aufmerksam und versuchte es umzubringen, indem er in Betlehem und Umgebung alle männlichen Kinder im Alter von bis zu zwei Jahren töten ließ.

Umstritten ist, ob Betlehem tatsächlich der Geburtsort Jesu ist. Vielfach wird argumentiert, es handele sich hierbei, ebenso wie beim Kindermord des Herodes, um Legendenbildungen, die die königliche Abstammung Jesu unterstreichen sollen. Es gibt aber ebenso namhafte Historiker, die die Schilderungen im Lukasevangelium für glaubhaft und historisch wahrscheinlich halten.

 
         
         
  Das Christkind  
         
    Christkind heißt der freundliche, kleine Gabenbringer seit dem vorigen Jahrhundert und den Jahrhundert zuvor. Wer sollte uns auch sonst beschenken?

Ah ja: der Nikolaus. Dies ist ein Heiliger, der als der Heilige Nikolaus von Myra im 3.Jahrhundert allerlei gute Taten vollbrachte und auch die Kinder in Europa am 6. Dezember beschenkte. Also ersann man das Christkind, das den braven Kindern am Heiligen Abend oder zu Weihnachten die Gaben bringen sollte.

Wie geheimnisvoll dieses liebenswerte Geschöpf war, möchte ich hier einmal schildern. Jedes Jahr zu Heilig Abend war die Wohnzimmertür mit einer schweren Decke behangen. Dahinter hörte man es ziemlich rumpeln. Irgendwann, als das Warten auf das Christkind, den Weihnachtsbaum und vor allem die Geschenke kaum noch zu ertragen war, klingelte ein Glöckchen durchs Haus. Alle Kinder stürmten ins Wohnzimmer, nur um zu erfahren, dass das Christkind gerade eben zum Fenster hinausgeflogen war. Und tatsächlich: zum Beweis verwies man auf ein offenes Fenster. Jedes Jahr ging das so und immer verpasste man das geflügelte Kindlein das in der Phantasie auf Wolken zum Himmel schwebte.

Im Laufe der Jahrhunderte passierten allerlei wundersame Dinge mit diesem Christkindlein. Früher kam das Christkind zuerst zu den Protestanten, sie haben es nähmlich erfunden und erst viel später erst zu den Katholiken. Und heute? Heute ist das Christkind für Viele nur noch eine nostalgische Erscheinung. Der Weihnachtsmann beherrscht nun den Markt. Und er sieht aus wie die amerikanische Coca Cola Werbeikone Santa Claus. Er rast mit seinem Rentierschlitten durch unseren Himmel und schreit, Ho ho ho!

Schade!

 
         
         
  Weihnacht und Weihrauch:  
         
  Weihnacht und Weihrauch:

Zwei Begriffe, die sich kaum trennen lassen. Einige Körner Weihrauch auf glühende Räucherkohle im Weihrauchfass oder in der Räucherpfanne gegeben, steigt bald duftender Rauch auf. Er bildet eine Wolke und entschwindet dann unserem Auge. „Alles, was an uns materiell, greifbar ist, wird verklärt, umwoben und erhoben. Wir spüren, dass wir mehr sind als bloß Materie. Das Seelisch-Geistige, der Odem Gottes in uns, setzt sich durch.“ So sagte der Kräuterpfarrer.

Weihrauchduft wirkt reinigend und desinfizierend: Er fördert das Denken und regt zur geistigen Arbeit an. Eine Atmosphäre des Friedens und der inneren Ruhe wird vermittelt. Sorgen werden in den Hintergrund gedrängt, das Umsetzen von Ideen in die Wirklichkeit wird erleichtert.

Weihrauch oder Olibanum: Wird aus dem eingetrockneten Milchsaft der Boswelliabäume im Somalieland und in Südarabien gewonnen. Das an der Luft erstarrte Gummiharz besteht aus gelblichen, rötlichen oder bräunlichen, außen meist weiß bestäubten Körnern, die bei normaler Temperatur fast geruchlos sind. Erst beim Erhitzen entwickeln sie einen aromatischen Duft.

Ein Alter Brauch: Ist das Ausräuchern von Haus, Hof und Stallungen in den Raunächten zwischen dem 24.Dezember und dem 6.Jänner, um Unheil von Mensch und Tier abzuwenden. Der emporsteigende Weihrauch ist Zeichen des Gebetes und der festlichen Freude. Vielfach geschieht diese Segnung im Zusammenhang mit dem Sternsingen.

   
         
         
  Der Krippenesel  
         
    Die Freundschaft mit dem Esel reicht eigentlich weit zurück. Mein Vater war Waldarbeiter, liebte Bücher und Bastelarbeiten. So hat er uns auch eine Krippe gebaut, mit Felsen und einem Stall. Bald erwachte in mir das Interesse an der Krippe und ich übernahm vom Vater die Aufgabe, die Krippe Jahr für Jahr aufzubauen. Natürlich gab es auch die Krippenfiguren, die ich mit großer Andacht aufstellte und noch heute kann ich die Freude und innere Ergriffenheit nachempfinden, wenn ich die Figuren in die Hände nahm und sie an ihren Platz stellte.
Warum es mir gerade der Esel unter den vielen anderen Tieren angetan hat weiß ich nicht recht. Jedenfalls habe ich ihn noch vor mir mit seinen großen Ohren. Woher diese Sympathie kommt? Ich weiß es nicht. Kommt sie vielleicht von den großen Ohren, die ihm das Hören erleichtern, gerade ihm, der als störrisch gilt und oft nicht hören will? Vielleicht widersteht er gerade deshalb unseren Befehlen, weil er zuviel hört und damit zu viel weiß. Jedenfalls ist mir seine gewisse Eigenwilligkeit durchaus sympathisch
Meine Sympathie könnte aber auch noch tiefere Gründe haben. Ochs und Esel gelten nicht gerade als Ausbünde der Gescheitheit und Intelligenz. Du „Ochs“ oder Du „Esel“ sind nicht unbedingt Schmeichelworte. Da mag jeder zusehen wie er mit solchen Komplimenten zu Recht kommt.

Dass nun gerade diese als dumm geltenden Tiere an der Krippe des Herrn stehen, will noch etwas anderes aussagen. Dass es nicht nur brave Hirten sind, oder eine selige Mutter, die das Kind bestaunen, sondern auch der Ochs und der Esel, das ist schon beachtlich. Diese beiden Tiere nämlich, die ihre Köpfe andächtig in die Krippe stecken, scheinen etwas erkannt zu haben. Menschen sind über das Ereignis, wie Maria und Josef hingebend dem Kind zugewandt sind glückselig. Und ausgerechnet sie, die beiden vernunftlosen Wesen sollten es nicht begriffen haben?

Daher ist für mich diese biblische Begebenheit jedenfalls verständlich genug, dass mir die Eselrolle auf der Weihnachtskrippe und „ihn“ mit den grauen, langen Ohren immer sympathischer werden ließ.

 
         
         
  Franz von Assisi  
         
  Im Jahre 1223 hielt sich Franziskus in Rom auf. Es reifte in ihm der Entschluß, in diesem Jahre Weihnachten besonders zu feiern. Er besprach sich hierüber mit dem Papste und schrieb dann seinen Plan seinem Freund Johannes Valita in Greccio. Der sollte die Feier vorbereiten. Im Wald bei Greccio wurde eine Krippe errichtet und darein das göttliche Kind auf Stroh gelegt. ein Ochs und ein Esel standen dabei; sie sollten das Kindlein mit ihrem Hauche erwärmen. Als Franziskus kam, fand er alles vorbereitet. Scharenweise strömte das Volk zusammen, auch die minderen Brüder der benachbarten Klöster kamen. Der Wald hallte wider von Lobgesängen und lodernde Fakeln erhellten die Nacht. Franziskus kniete mit tränennassen Augen und betend vor der Krippe. Um Mitternacht wurde die Hl. Messe gefeiert und Franziskus sang als Diakon das Evangelium. Hierauf bestieg er eine eigens aufgestellte Kanzel und predigte über die Geburt des Herrn mit solcher kraft, dass das gläubige Volk tief gerührt war. Später wurde zu Greccio zum Andenken an diese Krippenfeier eine Hl. Kapelle erbaut.

geschrieben Provinzial P. Franz Seraph 1918

   
         
         
  Begegnung mit einer Krippe  
         
    Als Bub wurde ich einmal zum Lehrer in seine Wohnung gerufen. Kalt war es draußen und der Schnee knirschte unter den Füßen. Es war Weihnachten. Ich fürchtete mich ein wenig zu meinem strengen Lehrer zu gehen. Er war zugleich noch mein Onkel und ich konnte mir nicht im Geringsten vorstellen, was er von mir wollte. Daher klopfte spürbar mein Herz, als ich an seiner Haustüre die Glocke läutete. Eine freundliche Stimme rief mir aus dem Inneren des Hauses zu, hereinzukommen. Es war die Stimme der Hausfrau. Zögernd machte ich die Tür auf. Eine angenehme Wärme, vermischt mit etwas Weihrauch, strömte mir entgegen. Am Ofen saß meine Tante, sie hieß Resi und lächelte mir freundlich zu.

Ja, wer kommt den heute zu uns, sagte sie mit feiner Stimme, während Fanny und Annelise, meine beiden am Boden spielenden Cousinen aufsprangen und mir entgegentraten. Onkel Hans ist leider nicht zu Hause, er hätte für dich einen alten Laubsägekasten gerichtet, der ihm beim Dachbodenräumen untergekommen ist. Mir fiel ein Stein von Herzen mit dieser Botschaft, denn ich glaubte schon weis Gott was mich da erwartet. Im Stubeneck glitzerte etwas Besonderes, so dass ich die Augen nur noch auf diesen beleuchteten Fleck richtete. Steif wie ein Stock blieb ich im Raum stehen, bis Tante Resi, die mir meine Verlegenheit anmerkte, vertraut meine Hand nahm und mich schnurstracks vor diese schimmernde Pracht führte. Gell, da schaust! Nach einer Weile sagte sie etwas leiser und eher zu sich selber - das gefällt ihm, dem Peterl.

Ja, das ist unsere Krippe, erklärte sie liebevoll. Ich stand wie verzaubert vor der - für meine Begriffe - „Schönsten Weihnachtskrippe“ und brachte vor Staunen den Mund nicht mehr zu. Wir hatten bei uns Daheim ja auch eine kleine Krippe, aber so schön und vor allem so groß habe ich noch keine Krippe gesehen.

Inzwischen ist viel Zeit vergangen, die beiden Anverwandten gibt es schon lange nicht mehr und ihre Hauskrippe von damals wohl auch nicht mehr. Doch manchmal kommt die geheimnisvolle Begeisterung von damals in mir wieder hoch, als in jener einfältigen Kinderstunde ich die für mich schönste Weihnachtskrippe sehen durfte. Dabei erinnere ich mich an meine erste Wurzelkrippe, die ich nach diesem Besuch in der Werkelkammer meines Vaters gebaut habe. Welche Riesenfreude hatte ich damals! In meiner Schlafkammer an der Wand hatte ich sie hängen. Nur eine armselige Höhle war meine Krippe. Nicht mehr als ein Stück verkrüppeltes Holz mit Moos auf ein Blumenwandbrettchen montiert. Am Krippenrand befestigte ich zwei echte, rote Wachskerzlein, die ich heimlich aus der Christbaumschachtel stibitzte. Ich erinnere mich noch genau: in weniger als fünf Minuten hatte ich sie aufgestellt und am Nagel hängen, wo sonst der „Weihbrunn“ war und ich stand jedes mal voller Freude davor und manchmal denke ich noch zurück, an diese schöne Krippenzeit.

 
         
         
  INRI  
         
  INRI sind jene lateinischen Initialen der Überschrift, die nach Aussagen der Evangelien den gekreuzigten Jesus kennzeichnete. Die auch als Kreuztitel bezeichnete Überschrift wurde nach Darstellung der Evangelien von den Römern über dem Haupt Jesu am Kreuz angebracht. Diese Abkürzung geht auf den ursprünglich griechischen Text des Johannesevangeliums zurück ( Joh. 19,19 )
Die wörtliche Übersetzung lautet :

„Jesus von Nazareth, König der Juden“

Für die Tradition des westkirchlichen Christentums ist diese lateinische Fassung des Textes im Johannesevangelium geworden.

   
         
         
  Arma - Christi - Kreuz  
         
    Ein Arma – Christi - Kreuz, auch Waffen Christi - als Kreuz oder Passionskreuz bezeichnet ist ein Kreuz, bei dem statt des Korpus oder zusätzlich zu diesem verschiedene Gegenstände abgebildet sind, die sich auf die Ereignisse der Leidensgeschichte Christi beziehen. Es wird gelegentlich als Flurdenkmal verwendet, hauptsächlich in katholischen Gebieten. Es kommt auch als Siegel oder Wappen einiger katholischer Ordensgemeinschaften vor. Arma bedeutet Waffen und steht für die Leidenswerkzeuge bei der Kreuzigung.Im „Alpenländischen Raum“, in Tirol oder Bayern gibt es noch ziemlich viele dieser Kreuze in Kapellen und an Hauswänden. Sie entstanden im 19. Jahrhundert und zeigen stets den Gekreuzigten umgeben von bis zu 40 verschiedenen Passionswerkzeugen und Symbolen.

Elemente des Arma – Christi - Kreuzes

Durchbohrte Hände und Füße, blutige Nägel, sowie ein durchbohrtes oder brennendes Herz stehen für die fünf Wunden Jesu am Kreuz.

Eine dritte Hand am oberen Längsbalken symbolisiert die bewahrende Hand von Gott dem Vater.

Der Ysopzweig mit einem Schwamm darauf spielt auf die Szene an, in der Jesus mit Essig getränkt wurde.

Die Dornenkrone steht für den Dornenkranz, der Jesus zum Spott aufgesetzt wurde.

Die Lanze erinnert daran, dass Jesu Herz mit einer Lanze durchbohrt wurde.

Ein Schädel steht als Symbol für das Begräbnis auf Golgatha.

Ein Bündel Ruten und eine dreischwänzige Peitsche werden häufig als Symbol für die Geißelung Jesu an den Querbalken gehängt.

Manchmal wird ein Kelch eingefügt als Symbol für den "Kelch des Leidens" bzw. als Symbol des Blutes des Opfertodes Jesu.

Oft werden zusätzlich drei lange Nägel dargestellt.

Eine Säule erinnert an die Geißelung, weil Jesus in der Ikonografie dabei oft an eine Säule gebunden dargestellt wird.

Das über dem Kreuz hängende Leichentuch, mit dem Schweißtuch der Veronika

Das Gewand Jesu mit den Würfeln

Die Tafel mit den Schriftzeichen INRI - Jesus von Nazareth, König der Juden

 
         
         
  Die Flucht nach Ägypten  
         
  In Bethlehem hört Josef im Traum von der Eifersucht des König Herodes und erhält durch einen Engel die Weisung zur Flucht nach Ägypten.

Die Familie flieht mit der schon genesenden Maria. Wir wissen nicht sicher ob sich dieser Abzug so zugetragen hat. Es hätte allerdings der befohlene Kindermord durch König Herodes ohne die oft bezweifelte Flucht wenig , oder gar keinen Sinn gehabt.
Über die Darstellung der fliehenden Familie wussten Krippenfreunde mindestens schon seit den frühen Mittelalter. Die Maria mit wallenden Gewändern, meist auf einen demütigen Esel im Damensitz gezeigt, die ein Knäblein im Arm trägt. Josef schreitet mit Stab über der Schulter, an dem die symbolischen Windeln, das Wäschebündel und die Wasserflasche hängen. Meist wird der Esel von ihm oder einem Engel geführt.

Bildbeschreibung : Eine ungewöhnliche Darstellung der Flucht zeigt die Hl Familie, wie sie auf einem Kahn nach Ägypten zieht.

Die Flucht als vierte Aufstellung auf der Wörgler Kirchenkrippe wird mit Stolz ab den 20. Jänner gezeigt. Die Besonderheit ist die schöne Figurengruppe die von einen Engel mit weitem, wallenden Mantel, an den mordenden Söldnern des grausamen Königs vorbei geleitet wird.

In den Hauskrippen wird „Die Flucht“ selten als Einzeldarstellung gezeigt. Vielmehr steht sie als davoneilende Gruppe im hinteren Hirtenfeld, wo meistens durch einen gemalten Weg im Hintergrund die Absicht voll zur Geltung kommt.

   
         
         
  Die Sternsinger kommen  
         
    Überall in unserem Land haben sich in den letzten Jahren am Dreikönigstag Sternsingergruppen gebildet, die ein altes Brauchtum mit neuem Gehalt weiterführen. Darin spielt das Tragen eines selbstgefertigten großen Sterns eine besonders bedeutsame Rolle.

„Überall im Land sammeln Sternsinger für Notleidende in aller Welt“

Auch die alten Dreikönigslieder leben wieder auf. Da es sich dabei ja um ein altes Heischespiel handelt, d.h. um das Sammeln freiwilliger Gaben, hat man heute Sternsinger häufig in den Dienst der sozialen Hilfe gestellt. Gesammelt wird für die Armen und Kranken, für die Weisen, und die Notleidenden in aller Welt.

 
         
         
  Anbetung der Könige  
         
  Am Vortag des Dreikönigstag werden in der Krippe die Könige aufgestellt. Im Gegensatz zur intimen Szene der Geburt Christi, die verborgen vor aller Welt erfolgte, war die Anbetung der heiligen drei Könige das eigentliche Hauptfest des Weihnachtszyklus. Die Mächtigen der Welt. Erschienen vor dem neugeborenen Christus und wurden früher Magier oder Weisen aus dem Morgenland bezeichnet.

Früher wurden sie als Magier oder die Weisen aus dem Morgenland bezeichnet

   
         
         
  Christbaum und Weihnachtskrippe  
         
    „Der Christbaum ist der schönste Baum , den wir auf Erden kennen“

Zu Beginn des 19. Jahrhundert hielt in den Alpentälern der Christbaum seinen Einzug. Wenn auch nicht rasant, nein, zuerst ging’s in den Städten los, dann langsam aber unaufhaltsam in den Seitentälern und nach dem ersten Weltkrieg hat dieser schimmernde Brauch auch das hinterste Bergdörflein erreicht. Krippe und Christbaum gehören zusammen, predigte ein Pfarrer in der Hofkirche in Innsbruck am Hl. Abend 1993. Die Aufrichtung eines Christbaumes ist zwar nicht aus der katholischen „Heimat“ gekommen, er entstammt aus der Tradition evangelischer Christen und hat einstweilen aber überall Heimat bezogen.

Wir sollen den Namen Christbaum dem Namen „Weihnachtsbaum vorziehen“

Wir sollen und dürfen nicht nur unseren Krippen unseren Glauben schenken, wir sind es auch unseren Christbäumen schuldig. Ihr Name ist nicht ohne Grund „Christbaum“ und sollten diesen schönen Namen der Bezeichnung Weihnachtsbaum vorziehen.
Im Christbaum ist uns ein leuchtendes, duftiges Symbol geschenkt, für das Geheimnis der heiligen Weihnacht : Christus, das Christkind ist uns auf Erden erschienen, mitten unter den armen Menschen, und diese Erscheinung bedeutet Leben, Erlösung, Rettung und ewiges Leben. Die Christbäume, die wir in unseren Wohnungen, an unseren Straßen und Plätzen, in unseren Kirchen und Kapellen aufrichten und in einen wahren Lichtermantel hüllen, mahnen uns mit unseren großen und kleinen Krippen, dass es unzerstörbares Leben gibt, über den Tod hinaus. Und diese grünen, duftenden Christbäume, die wir am Weihnachtsabend anzünden und bestaunen, verkünden uns, fürchtet euch nicht, heute ist euch der Heiland geboren und sie weisen verhüllt auf den Kreuzesbaum hin, auf das Holz des Heiles, des Karfreitag.

 
         
         
  Verkündigung an die Hirten  
         
  Die Verkündigung an die Hirten geschieht mit der Geburt. Während im einfachen Stall zu Bethlehem Jesus in der Krippe zur Welt kam, öffnete sich der Himmel über den bescheidensten Menschen, den Hirten auf dem Felde. Ein Engel stieg zu ihnen herab. Dieses Hirtenfeld bei Shahour liegt eine halbe Gehstunde, bergab von Bethlehem. Dort soll schon David, der Sohn Jesajas seine Schafherden gehütet haben.
In unseren Krippen bildete das Hirtenfeld einen Teil der Landschaft. Der Davidsbrunnen auf dem Hirtenfeld erinnert bis heute noch an damals und ist in mancher Krippe zu sehen.
Die Hirten eilten - wie die Bibel berichtet - vom Verkündigungsengel Gabriel zum Stall und waren mit ihren bescheidenen Geschenken die ersten bei der Krippe. Sie waren die ersten Gabenbringer.

Für mich ist diese Aufstellung die „Schönste“. Sie strahlt Ruhe und Demut aus.

   
         
         
  Christi Geburt  
         
    Die Geburt, die wichtigste Darstellung der Weihnachtskrippe - ohne die alles nichts wäre - geschah einsam, in aller Stille, allein, ohne menschlichen Beistand. Nicht einmal Josef war dabei. Er rückte aus, um Hilfe zu holen. War dies Vorsehung ? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass ab diesen Zeitpunkt der Geburt Christi auch die Krippe lebt.

Es erschien über dem Stall in lichter Höh der Gloriaengel, mit weiten farbigen Flügeln, das Spruchband in seinen Händen ausgebreitet, auf dem geschrieben steht:

Gloria in excelsis Deo - Friede den Menschen auf Erden!

Allen Krippenfreunden und Besucher unserer Webseite ein gesegnetes, friedliches Weihnachtsfest

 
         
         
  Rorate  
         
  Wenn irgend möglich, durfte man früher kein „Goldenes Amt“ oder Rorate versäumen. Das letzte Rorate, wird allgemein als das wirksamste betrachtet, daher besonders geschätzt, und fällt auf den Heiligen Abend.

„Das Letzte Rorate gilt allgemein als das Wirksamste“ Der Name kommt daher, dass diese feierlichen Adventämter mit „Rorate coeli“ beginnen.

Romantisch war früher der Gang zu den Rorate und zur Mette. Da ging man mit „Kentln“ zur Kirche und steckten sie im Friedhof, der meist im Kirchhof war, in den Schnee. Kentln sind harzreiche Föhrenstäbe, die jahrelang zum Trocknen aufbewahrt werden und zum gegebenen Anlass als Weglichter dienen.

Bildbeschreibung : Der Kirchgang

   
         
         
  Die Kerze – das Friedenslicht  
         
    Am 24. Dezember, dem Heiligen Abend, wurde zum Geburtsfest Jesus, das „Licht“ vom Papst Liberius als das Licht Christi bezeichnet. Im Jahre 354 hat er ganz bewusst den 25. Dezember als das Fest der Geburt Christi festgesetzt.
Seit dieser langen Zeit entwickelten sich immer mehr neue Symbole der Weihnacht, wie Barbarazweige, Weihnachtssterne, Mistelzweige, „Waxlab“, Adventkranz oder Christbaum, und so lange unser Weihnachtsbrauchtum ein lebendiger Bestandteil unserer Volkskultur ist, werden sich diese schönen Bräuche, die wie Balsam für unsere Seele sind, weiter erhalten. In manchen Gegenden bildeten sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedene religiöse, volkstümliche Bräuche, die wohl aus inniger Gläubigkeit des Volkes entstanden sind.
In manchen Krippen brennt während dieser ganzen Weihnachtszeit eine Öllampe mit dem geweihten Licht, das man aus der Ortskirche holt. Neuerdings brennt dieses Licht aus Bethlehem überall im Land als sogenannte Friedenslicht, deren Idee von Linz ausging und von vielen Ländern bereits übernommen wurde. So kann man am Hl. Abend für seine Krippe dieses Friedenslicht nach Hause holen.
Ich traf auf eine Krippe, in der Tag und Nacht eine Kerze brennt. Jede Kerze ist ein Sinnbild von Andacht, Licht und Heil, und erscheint uns gerade in der Krippe wie ein Zeichen der Wärme und Erleuchtung.
Am Heiligen Abend stellt man eine Kerze ins Freie oder ans Fenster. Mit diesen Licht der Armen Seelen gedenken wir an diesem Tag unserer lieben Toten.

„Früher wurde täglich am Abend vor der Krippe gebetet“

Früher wurde in vielen Familien täglich am Abend vor der Krippe gebetet, meistens ein ganzer Rosenkranz. Das ewige Licht ist heute noch in den Krippen zu sehen, das Gebet findet nur mehr vereinzelt statt. Ein Brauch der in einigen Krippendörfern Aufsehen erregte, stellt die Verehrung der Hl. Familie in den Mittelpunkt. Vor dem Christkind stellt die Bäuerin ein Schüsselchen mit kleinen in Schmalz herausgebackenen Krapfen als Geschenk in die Krippe. Man sagt außerdem, dass um diese kleinen Schmalznudeln ein Geheimnis rankt. Sollte nämlich im vergangenen Jahr ein Streit oder eine Unstimmigkeit im Haus oder mit den Nachbarn dazu geführt haben, dass man keine gemeinsamen Worte für einander mehr finden konnte, hat man durch den Verzehr eines solchen Krippenkrapfen bekundet, dass man wieder „gut“ sei, und den Hader vergessen habe. Der Streit war somit beendet, der Weihnachtsfriede wieder eingekehrt.

 
         
         
  Herbergsuche  
         
  Die Herbergsuche ist nach Überlieferung und aus „Mysterienspielen“ des Mittelalters entstanden, und so wurde beim „einfachen Volk“ die Darstellung der Herbergsuche immer beliebter. Damals kam bei Adeligen, Reichen und Wohlhabenden diese Aufstellung in ihren Weihnachtskrippen nicht vor, da für sie ein entwürdigendes „Buhlen“ nach Aufnahme unter Ihrer Würde stand. Nur Prunk und Pomp waren für sie früher standesgemäß.

Man spricht wieder von einem Freitag an dem die Herbergsuchenden in die Stadt David kamen. Jesus wurde zwei Tage später an einem Sonntag im Zeichen des Steinbockes geboren.

Heute erinnert man sich wieder verstärkt an die Darstellung der Herbergsuche.Die schöne Aufstellung der Herbergsuche, die nun seit langer Zeit in unseren Krippen in Form einer bettelnden Familie vor einem abweisenden Wirt zu sehen ist, wird meistens neun Tage vor Weihnachten aufgestellt. Interessant ist, dass einige Krippeler von alten Wirtshausnamen wie Stern, Traube oder sogar von „Davidstern“ wissen, und davon gerne erzählen! In der heutigen Zeit jedoch spiegelt sich unser Flüchtlings und Wohnungsproblem in dieser alten Weihnachtsdarstellung und zeigt die Parallelen zur heutigen Zeit nur allzu deutlich.

Bildbeschreibung : Herbergsuche Lieblosigkeit und Wohnungsnot sind Geschwister von August Schreilechner.

Aus dem Buch : Krippensymbolik
von Peter Schrettl

   
         
         
  Die Anklöpfler kommen  
         
    Im Advent sind es die drei letzten Donnerstage, die die Stille der Vorweihnacht durchbrechen. Im Unterinntal sind die Klöpfler als Hirten verkleidet. Sie ziehen von Haus zu Haus und singen Hirten und vorweihnachtliche Lieder. Es ist ein Brauch der auf die christliche Herbergsuche mit dem Lied „Wer klopfet an...“ hinweist. Früher gingen arme Kinder von Bauer zu Bauer, von Haus zu Haus, um für die hungernde Familie daheim, milde Gaben zu betteln.

Bildbeschreibung : Anklöpfler singen vor der Hauskrippe

Wenn Klöpfler ziehen ist meist die Stille der Nacht durchbrochen. Zuerst leise, dann lauter näherkommend, mit Stecken und Laternen treten sie lautstark auf, sodass der Ausdruck „Heidenlärm“ mit einem Male klar wird. Vom Hausherrn werden sie zum Eintreten ins Haus aufgefordert wo sie Ihre Lieder und Darbietungen der weihnachtlichen Quartiersuche, oft vor der Hauskrippe zur allgemeinen Freude aufführen.

 
         
         
  Bildertragen  
         
    Das Frauen- Josefs- oder Bildertragen zählt in unserem Land, vor allem in der Tiroler und Salzburger Gegend zu einem alten vorweihnachtlichen Brauch. Er dürfte schon im Zuge der Gegenreformation entstanden sein und erinnert an die Herbergsuche der Hl. Familie. Über diesen Brauch sollte ursprünglich in entlegenen Gebieten das kirchlich, religiöse Gemeinschaftsleben gefördert werden. Und so wurde das Fraubildnis unter Nachbarn weitergereicht und die Familien verbrachten gemeinsam einen Abend im Gebet. Man versuchte außerdem bei dieser Gelegenheit eventuelle nachbarliche Zwistigkeiten auszuräumen, um bei adventlichen Zusammenkünften einander friedlich begegnen zu können.

Früher wurde die Tafel mit der Herbergsuche von ärmeren Leuten von Haus zu Haus getragen und dafür mit kleinen Gaben, meist mit hausgemachten Lebensmitteln beschenkt. Zu unserer Kindheit war es noch ein besonderes Ereignis, wenn „Frauträger“ ins Haus kamen und für die Heilige Familie um eine „Herberg“ baten. Die Familie und alle Hausbewohner versammelten sich dann zum gemeinsamen Gebet. Gebete wie „Der Engel des Herrn“, der Rosenkranz oder einige „Vater unser“ wurden zur Ankunft und am nächsten Abend zur Verabschiedung der Hl. Familie gebetet.

Heute noch wird in manchen Gegenden in der Adventzeit das Bildnis mit der Herbergsuche im Bekannten und Verwandtenkreis weitergereicht und damit der uralte Brauch des „Frauentragens“ hochgehalten.

Bild : Fraubild aus Kuchl, bemalte Holztafel mit Trockenblumen in verglastem Rahmen ca. Mitte 18.Jh.

 
         
         
  Die Mistel  
         
  Wer würde sie schon suchen, beachten, schätzen oder heimtragen, die Mistel ? Wenn sie zur hohen Zeit der Baumblüte sich anböte, dem Menschen zu dienen, heimgetragen zu werden um den Kreislauf zu fördern oder den Blutdruck zu regeln. Aber in der Zeit des Friedens der heiligen Nacht, wo das Neujahr vor der Tür steht, da wird sie
gesammelt, da wird sie heimgetragen. Im Streit des Tages mit der Nacht, im Ringkampf des Lichtes mit dem Dunkel in der die Sybillen die Tür zur Unterwelt öffnen und die „Druiden“ ihre magischen Kräfte verdoppeln, da hilft uns die ungeliebte Mistel.

Bild: Der Mistel spricht man magische Eigenschaften zu

Wie auch andere Pflanzen mit magischen Eigenschaften, zeigt sich auch die Mistel in eigenartiger Erscheinung: wie der Efeu immergrün, wächst die Mistel nicht im Boden, sondern sitzt auf anderen Pflanzen, bevorzugt auf Eichen und Apfelbäumen. Sie schmarotzt an ihrem Wirtsbaum, indem sie mit Wurzeln in dessen junges, noch nicht von dicker Rinde geschütztes Holz einwächst und sich von seinem Wasser und gelösten Mineralstoffen nährt. Wenn der Mistelzweig austrocknet, färbt sich das Laub goldgelb. Ein solcher Goldener Zweig eröffnete nach altem Glauben den Zutritt zur Unterwelt.